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Keine Lust Auf Sex – Sexuelle Unlust Bei Frauen

Keine Lust auf Sex – Fast jede 3. Frau leidet oder litt bereits einmal unter mangelndem sexuellen Verlangen. Im Bereich der sexuellen Störungen ist es bei Frauen heute die häufigste Diagnose. Wo können die Gründe hierfür liegen?

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Viele Frauen können nachvollziehen, wie belastend es ist, keine Lust auf Sex zu haben. Wenn man wollen will, aber nicht wollen kann. Dabei muss es nicht einmal an einer unbefriedigende Beziehung liegen. Viele stellen sich die Frage „Warum ist das so, ich bin doch zufrieden mit meinem Partner?“

Die Ursachen können sehr vielfältig sein:

Ein stressiger Alltag und Zeitmangel

Stress, egal ob beruflich oder privat, lässt kaum lustvolle Gefühle aufkommen. Unser Körper ist im Bereitschaftsmodus, stellt sich permanent auf eine Kampf- oder Fluchtreaktion ein. Diese werden heutzutage zwar nicht mehr (oder nur sehr selten) ausgelebt, sind aber ein Überbleibsel aus unserer evolutionären Entwicklung, die wir nicht einstellen können. Wo keine Entspannung möglich ist, ist demzufolge auch keine Basis vorhanden, sexuelles Verlangen zu entwickeln. Die sexuelle Unlust ist gerade bei Frauen eine häufige Folge.

Angst, Scham oder Abneigung den eigenen Bedürfnissen gegenüber

Ich erlebe viele Frauen, die sich unwohl mit dem eigenen Verlangen fühlen. Jede Frau hat geheime sexuelle Wünsche und Vorstellungen. Manchmal widersprechen diese den gängigen Normen und der sexuellen Lerngeschichte. Um diese unterdrückten Wünsche und Impulse zu kontrollieren und bedeckt zu halten, flüchtet sich die Psyche irgendwann in sexuelle Unlust, ohne das es der Betroffenen wirklich bewusst ist.

Kommunikationsprobleme

Aus oben genannten Gründen fällt es vielen Frauen schwer, offen über Ihre Bedürfnisse zu sprechen. Vor allem aber der Partner sollte darüber Bescheid wissen. Nun kann es wiederum passieren, dass sich der Partner unter Druck gesetzt fühlt, selbst unsicher wird oder mit einer solchen Offenheit ebenfalls nicht umgehen könnte. Um eine daraus resultierende Beziehungskrise zu vermeiden, lässt man lieber alles beim Alten.

Ein verständnisvoller Partner

Ja, das kann durchaus ein Grund sein, warum das „Symptom“ aufrecht erhalten wird. Denn solange der Partner keinen Sex „einfordert“ und man sich bezüglich seiner Loyalität keine Gedanken machen braucht, ist die Notwendigkeit auch gering, das „Problem“ bewusst anzugehen. Darüber hinaus geht man in der Psychotherapie von „sexuellen Funktionsstörungen“ mittlerweile davon aus, dass ein Symptom durch beide Partner aufrechterhalten wird, nicht nur durch den oder die Symptomträger/in selbst. Ein Symptom bietet immer einen Vorteil für den Betroffenen, auch wenn das jetzt total verrückt klingt. Im partnerschaftlichen Kontext „profitieren“ also beide, von dem Symptom. In meiner Therapie liegt hier ein wichtiger Fokus. Beide Partner müssen die Hintergründe verstehen, um etwas verändern zu können.

Die veraltete Vorstellung von Weiblichkeit

Wir leben in einem Patriarchat, einer männlich dominierten Gesellschaft. Nun haben sich die Frauen ihre Emanzipation zwar hart erkämpft, haben sich aber dadurch die männlichen Qualitäten angeeignet. Wir haben heute viele starke Frauen, die Karriere machen, einen Haushalt führen, Kinder großziehen. Nur leider sind die ursprünglichen Qualitäten der Weiblichkeit wie Hingabe, Offenheit, Vertrauen usw. verloren gegangen. Weiblichkeit wird in diesem Rahmen leider immer noch als Schwäche gesehen. Kommen nun Mann und Frau zum Sexualakt, fällt es immer mehr Frauen schwer, die Kontrolle abzugeben. Die „bezwungenen“ Männern auf der anderen Seite wissen nicht mehr, wie sie die Kontrolle übernehmen. Es kommt zu unbefriedigendem Sex im besten Fall und zu sexuellen Funktionsstörungen im schlimmsten Fall. Und irgendwann hat man halt einfach „keine Lust auf Sex mehr“.

Einschränkende Moral- und Normvorstellungen

Viele Menschen haben einen kompletten Satz an Überzeugungen im Kopf, wie die Welt funktioniert, wie eine Frau oder ein Mann sein und sich benehmen sollte, was guter Sex ist, was sich gehört und was nicht. Häufig stehen sich die Betroffenen an der einen oder anderen Stelle damit aber selbst im Weg. Denn diese Überzeugungen sind häufig übernommen bzw. gelernt und wurden nie auf ihr Zutreffen geprüft. Wenn eine Frau z.B. gelernt hat, dass sie „zurückhaltend und anständig“ zu sein hat, dann gerät sie früher oder später in Konflikt mit dem Wunsch nach wildem, leidenschaftlichen Sex. Daraus können sich irgendwann Symptome wie sexuelle Unlust entwickeln.

Körperliche Ursachen wie Hormonstörungen können sicherlich auch eine Rolle spielen. Da die körperlichen Ursachen allerdings in den Kompetenzbereich eines Facharztes gehören, möchte ich auf diese hier nicht weiter eingehen.

Die sexuelle Unlust führt bei Frauen häufig zu

  • Frustration und Selbstzweifel
  • unbefriedigendem Sex
  • Angst, dass der Partner fremdgeht oder sie verlässt
  • und sicher einige mehr

Allein die ersten drei sind schon plausible Gründe, sich mit dem Thema näher auseinanderzusetzen. In einer Psychotherapie kann man die individuellen Gründe aufarbeiten und so relativ schnell eine Besserung erzielen.

Leider bekommen viele Frauen nicht die Chance, dieses Thema für sich zu lösen. Das Angebot an Therapeuten, die sich mit diesem Problem beschäftigen ist äußerst überschaubar und viele Frauen schämen sich, mit einer fremden Person über die eigene Sexualität zu sprechen.

Aus meiner Erfahrung weiß ich aber, dass alle Frauen, die diesen Schritt gegangen sind, sehr glücklich mit dieser Entscheidung sind. Sie haben sich auf den Weg eines Entwicklungsprozesses gemacht, der am Ende nicht nur Auswirkungen auf die Sexualität sondern auch andere wichtige Lebensbereiche hatte. Es lohnt sich also, sich mit der eigenen Sexualität und darüber hinaus mit der eigenen Weiblichkeit auseinanderzusetzen, um langfristig ein erfülltes Leben zu genießen. In vielerlei Hinsicht.

Autor:

Bea

Bea

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